anschlagdynamische Tasten 
von Jürgen K. - Sonntag, 5 November 2006, 00:56

Hallo,

mein Kind hat mit dem Keyboardlernen angefangen und auch ich habe schon mal das eine oder andere Stück (mit einer Hand, aber mit 5 Fingern) nach dem Lehrbuch gespielt. Jetzt wollen wir das geborgte "Spielzeug"-Keyboard gegen ein gutes austauschen. Ich habe ja schon viel hier über Einsteigerkeyboards gehört und ich habe auch schon einmal das eine oder andere Angebot genauer mir angeschaut. Dabei sind mir zwei Begriffe aufgefallen, die ich sicherheitshalber noch einmal erklärt haben möchte:

Was sind anschlagdynamische Tasten?

Sind anschlagdynamische Tasten auch immer halbgewichtet?

Was sind anschlagdynamische Tasten mit Aftertouch?

Hat jemand eine Kaufempfehlung für die Preislage ca. 150 - 200 Euro? Mehr würde ich ungern ausgeben.  Ist eher Yamaha oder eher Casio zu empfehlen? Kann man das Yamaha PSR-E303 oder das Casio CTK-800 empfehlen? Wir wollen Keyboard spielen, kein Klavier - moderne Musik (also kein Klassik).

Vielen Dank für die Antworten.

Jürgen

Re: anschlagdynamische Tasten 
von Bernd G S. - Sonntag, 5 November 2006, 09:25
Hallo Jürgen,

anschlagdynamische Tasten ermöglichen es, durch die Stärke des Drucks beim Anspielen einer Taste (Anschlag) die Lautstärke des erzeugten Tones zu beeinflussen. Wie bei einem Klavier klingt dann ein stark angeschlagener Ton laut, ein schwach angeschlagener Ton leise.

Anschlagdynamische Tasten sind nicht immer halbgewichtet. Halbgewichtete Tasten sind, im Gegenteil, nur bei hochpreisigen Keyboards zu finden. Normale Keyboards (bitte nicht verwechseln mit reinen Midi-Keyboards, die keine eigene Tonerzeugung haben) unter 2000 Euro haben ungewichtete Tasten. Zumindest wäre mir aus dem Kopf keines bekannt. Kurz zur Definition: Ungewichtete Tasten sind ganz normale leichte Plastiktasten. Sie bieten durch ihr Gewicht keinen Widerstand beim herunterdrücken. Halbgewichtete Tasten sind ebenfalls aus Plastik, sind aber in der Regel massiv ausgegossen und sind mit Gegengewichten etwas beschwert. Damit erzeugen sie ein besseres Spielgefühl, weil die Finger tatsächlich etwas bewegen müssen. Dadurch kann der Druck, den die Finger erzeugen besser dosiert werden, und das Spiel wird feinfühliger.

Aftertouch ermöglicht es den gespielten Ton auch nach dem Anschlag noch zu beeinflussen. Ich möchte es am Beispiel eines Trompetenklangs erklären. Wenn ich mit einem normalen Keyboard ohne Aftertouch eine Trompete spiele, kann ich nur beim Anschlag bestimmen, ob der Ton laut oder leise sein soll. Mit Aftertouch ist es möglich den Ton sanft anzuspielen, und während des Haltens des Tones anschwellen zu lassen, als ob ein Trompeter während des Tones mehr Luft in die Trompete pressen würde. Dadurch wird ein sehr realistisches Spiel möglich.

In der Preisklasse von 150 bis 200 Euro würde ich mir an Deiner Stelle folgende Keyboards anhören.

Casio CTK-710 - ein ordentliches Einsteiger-Keyboard für wenig Geld.

Solton PK-360 - zeichnet sich durch eine 64-stimmige Polyphonie, und in seiner Preisklasse extrem gute Ausstattung aus.

Casio CTK-800 - sehr gutes Keyboard in seiner Preisklasse mit vielen Funktionen.

Yamaha PSR-E303 - ebenfalls sehr gutes Keyboard für den Einstieg, mit gewohnt guten Yamaha Sounds.

Zu Deiner Frage nach einer Empfehlung für das Casio CTK-800 bzw. Yamaha PSR-E303: Beide Keyboards sind zu empfehlen. Beide sind sehr gute Keyboards für ihren Preis. Das Yamaha hat für meinen Geschmack bessere Einzelsounds, das Casio dafür (ebenfalls für meinen Geschmack) die vielseitiger arrangierten Styles. Aber wie erwähnt - dies ist in erster Linie Geschmacksache.

Ich wünsche viel Erfolg bei der weiteren Entscheidung!

Bernd