Re: Welches Einsteiger Keyboard für 5 jährigen 
von Bernd G S. - Mittwoch, 1 November 2006, 14:32
Hallo Manuela,

Kompliment zu so einem interessierten und offensichtlich auch begabten Kleinen! Er hat vollkommen recht, denn "kitschige Tasten" sind tatsächlich auch für Kinder nicht geeignet um Keyboard zu lernen. Dies ist das allerwichtigste. Siehe auch meinen Beitrag Kaufberatung Anfängerkeyboard.

Das Yamaha PSR-175 wäre sicher eine Möglichkeit. Es hat 61 normal große Tasten, und erfüllt somit die Grundvoraussetzungen für ein Anfängerkeyboard. Als Alternative zum Yamaha PSR-175 sehe ich in der selben Preisklasse das:

Solton PK-160, es ist etwas besser ausgestattet und verfügt über eine 32-stimmige Polyphonie* gegenüber einer nur 16-stimmigen des Yamaha PSR-175. Solton Keyboards sind meines Wissens nach in Deutschland nur über das Musikhaus Thomann erhältlich. Dies ist aber kein Problem. Thomann ist sehr empfehlenswert. Ich bin selbst Kunde dort.

* Die Polyphonie sagt aus, wieviele Töne ein Keyboard gleichzeitig wiedergeben kann. Nun könnte man auf die Idee kommen, dass 16 Stimmen genug seien, weil man ja nur 10 Finger hat. Dem ist aber nicht so, denn zu den 16 Stimmen zählen auch alle Töne die das Keyboard in der Begleitung (Styles genannt) abgibt. Also Schlagzeug, Bass, Gitarre, Streicher usw. - da sind 16 Stimmen schnell aufgebraucht, und es kommt zu aussetzern. Das bedeutet, das Keyboard kappt einfach Stimmen unten weg.

Yamaha Education Suite ist eine Art eingebaute Keyboardschule. Man kann über deren Nutzen sicherlich streiten. Ich mag sie nicht. Ich finde die Lernschritte zu groß, und allenfalls geeignet in den normalen Keyboardunterricht mit eingebaut zu werden.

Eines steht fest: wenn der Kleine neben Chor und Gitarre auch noch Keyboard lernen möchte, gehört er in gute Hände. Die Gefahr ist groß, dass er überfordert wird. Nicht alles was die Kleinen wollen ist auch gut für sie. Ich würde an Ihrer Stelle nach einem, im Umgang mit Kindern erfahrenen Lehrer suchen. Am besten wäre es nach meiner Vorstellung, einen Lehrer zu finden, der beides (Gitarre und Keyboard) unterrichtet, oder zumindest eine Musikschule an der er zeitgleich wahlweise eine Keyboard- oder eine Gitarrenklasse besuchen kann. So könnte er dann in Zeiten, in denen ihn das Keyboard weniger interessiert an der Gitarre arbeiten und umgekehrt. Also die Kurse nach belieben austauschen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben, und wünsche Ihnen viel Glück mit ihrem Kleinen, und dem Kleinen viel Spass, Ausdauer und Erfolg beim musizieren.

Grüße

Bernd