Heisser Herbst - drei neue Einsteiger-Keyboards 
von Bernd G S. - Dienstag, 3 Oktober 2006, 16:49
Pünktlich zur Weihnachts-Wunschzettel-Schreibe-Saison bringen gleich drei Hersteller neue Einsteigermodelle auf den Markt. Für einen "Alten Hasen" wie mich, ist es immer wieder aufs Neue beeindruckend, was heutzutage die "kleinen" Keyboards für wenige Hundert Euro leisten. Noch vor 20 Jahren musste man dafür ein halbes Vermögen auf den Ladentisch legen.

Casio wartet mit dem Casio WK-3800 und dem kleineren Bruder Casio WK-3300 auf. Beide Keyboards haben 76 Tasten. Casio WK-3800
Beide, das WK-3800 sowie das WK-3300 sind richtige Hingucker. In ihren silberfarbigen Kleidchen heben sie sich deutlich von anderen Keyboards ihrer Klasse hervor. Aber zugegeben - die Optik ist das letzte, was bei einem Keyboard eine Rolle spielen sollte. Aber auch unter der Haube haben die Casio Keyboards einiges zu bieten. Dies ist insbesondere deshalb hoch zu bewerten, weil Casio Keyboards nur in der unteren Preiskategorie mitspielen, und somit nicht, wie die Mitkonkurrenten, auf technische Entwicklungen der High-End Klasse zurückgreifen kann. Beide Keyboards klingen richtig gut. Ausgewogen würde ich sagen. Es sind keine Sounds dabei, die einem den Atem rauben, aber auch keine die wirklich schlecht sind. In jedem Fall eine solide Basis, um die technischen Möglichkeiten dieser Keyboards voll auszuschöpfen. Und die sind in dieser Preisklasse durchaus beeindruckend. So lassen sich alle Sounds, wie an an einem Synthesizer bearbeiten. Wenn einem also bestimmte Sounds nicht gefallen, kann man diese einfach bearbeiten, und neu abspeichern. 670 Plätze für Sounds stehen zur Verfügung. 224 davon lassen sich frei belegen. Ebenso die Styles. Allesamt wirklich brauchbar. 166 stehen zur Verfügung. 16 davon sind frei belegbar. Dies könnte für meinen Geschmack etwas mehr sein. Auch wenn man alle Usersounds und -styles beliebig austauschen kann. Zur Zwischenspeicherung stehen ein Floppy-Laufwerk (WK-3800) sowie ein SD-Card-Slot und USB-Anschluss zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, die Keyboards durch Datenaustausch mit der Casio-Webseite, ständig up-to-date zu halten. Hierfür hat Casio eine eigene Software entwickelt. Die heisst IDES und liegt den Keyboards auf CD bei. Alle technischen Details über die beiden Keyboards gibt´s hier:

WK-3800
http://www.casio-europe.com/de/emi/highperformance/wk3800/

WK-3300
http://www.casio-europe.com/de/emi/highperformance/wk3300/

Die Unverbindliche Preisempfehlung für das Casio WK-3800 liegt bei 649 Euro. Es sollte im Laden für runde 600 Euro zu haben sein. Das WK-3300 ist um etwa 100 Euro günstiger.

Roland bietet mit dem Roland E-09 ein echtes Einsteigerkeyboard an.
Roland E-09
Das Roland E-09 ist ein grundsolides Keyboard. Roland hat es sich nicht nehmen lassen, auch in der Einsteigerklasse nur hochwertige Materialien zu verarbeiten. Dies merkt man nicht zuletzt an der Qualität der Tasten. Besonders für ein Keyboard dieser Klasse ist die 64-stimmige Tonerzeugung. Dies stellt sicher, dass auch bei umfangreicher Registrierung dem Keyboard nicht die Luft ausgeht. 940 Sounds und 130 Styles bieten ausreichend Variationsmöglichkeiten. Hervorragend in diesem Keyboard sind, wie man es eigentlich von Roland gewöhnt ist, die Orgelsounds. Die sind einfach klasse! Aber auch insgesamt klingt das Roland E-09 wirklich sehr gut. In der Ausstattung hängt es allerdings seinen Mitbewerbern etwas nach. Dies kann, muss aber kein Problem sein. Es ist immer eine Frage was man will und braucht. Angesichts der Tatsache, dass ein Durchschnittsnutzer (wie bei fast allen technischen Geräten) nur einen Teil aller Möglichkeiten nutzt, reicht auch die Ausstattung des E-09 völlig aus. Auf den ersten Blick würde ich sagen: man liebt dieses Keyboard, oder man will es nicht haben. So einfach können manchmal Kaufentscheidungen sein. Anhören lohnt sich auf jeden Fall! Nähere Informationen über das E-09 gibt es auf der Roland-Homepage. Leider ist eine direkte Verlinkung zum E-09 nicht möglich. Man muss sich also zum Keyboard durchklicken.

http://www.rolandmusik.de/hauptseite.shtml

Die Unverbindliche Preisempfehlung für das Roland E-09 liegt bei 499 Euro. Es sollte für etwa 450 Euro zu haben sein.

Fast schon überflüssig zu erwähnen ist, dass Yamaha mit seinem Yamaha PSR-E403 die Konkurrenz, wie üblich, kräftig aufmischt. Yamaha PSR-E403
Yamaha ist Marktführer auf dem Gebiet der elektronischen Keyboards, und mit dem PSR-E403 beweist Yamaha einmal mehr, dass dies zum einen verdient ist, und zum anderen, dass sich daran wohl so schnell auch nichts ändern wird. Das PSR-E403 besticht mit einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis. Es klingt einfach prima, und manche Stimmen sind schlichtweg beeindruckend. Sogar einige, der vom großen Yamaha Bruder Tyros 2 bekannten "Sweet Voices" wurden dem PSR-E403 spendiert. Es macht einfach Spass das E403 zu spielen. Die Möglichkeiten sind nahezu unerschöpflich. Die 504 Sounds klingen alle hervorragend, wie bereits erwähnt, manchen sogar atemberaubend. Mit den 155 Styles lässt sich wirklich was anfangen. Einzig die Bedienung des Rhythums-Sektion ist etwas verwirrend. Wenn man sich eine Weile damit beschäftigt, legt sich dies aber ganz sicher. Der Funktionsumfang dieses Keyboards ist so mächtig, dass es ihn zu beschreiben hier in der Kürze einfach nicht möglich ist. Trotzdem drängt das Yamaha PSR-E403 seine Möglichkeiten nicht auf. Soll heissen, man kann auch einfach nur so damit drauf los spielen, und hat trotzdem seinen Spaß. Produktinformationen zum PSR-E403 bietet Yamaha hier:

Yamaha PSR-E403
http://www.yamaha-europe.com/yamaha_europe/germany/10_musical_instruments/...

Die Unverbindliche Preisempfehlung setzt Yamaha bei 319 Euro. Es sollte im Handel also deutlich unter 300 Euro zu haben sein. Hätte man mir das vor 20 Jahren erzählt, ich hätte es nicht geglaubt!