Welches Keyboard? 
von Liane H. - Sonntag, 8 März 2015, 13:41
Liebe Forengemeinde,

ich möchte nun auch wieder mit dem "Tasten spielen" anfangen und kann mich nicht so wirklich entscheiden. Vielleicht könnt ihr mir dabei helfen.

Ich hab Anfang 2000 schon mal ein Lernkeyboard mit Leuchttasten gehabt und muss sagen, dass ich diesen ganzen Einstellungs-Schnickschnack (Effekte, Styles, usw.) nicht genutzt habe. Ich bin eher für Original und unverfälscht, wohl auch, weil mir das alles zu kompliziert und unübersichtlich ist. Ich mag den Klavierklang unwahrscheinlich gern. Eher Grand-Piano als E-Piano, wenn ich mal den Marathontest aus einem Beitrag hier nehme. Die Übungsstücke hab ich mir gern angelernt, Stück für Stück, tlw. auch nur die Fehlerpassage, bis die fehlerfrei war, und immer wieder neu von vorne sobald etwas nicht stimmig war, bis es von Anfang bis Ende perfekt war. Das war schon Klasse. Ich kann wunderbar darin aufgehen und ungemein dabei abschalten, was für mich sehr wichtig ist.

Hier mal meine Gedanken zu meiner Auswahl.

Yamaha PSR-E433 bzw. E443 scheinen wirklich sehr gut zu sein. Aber ich befürchte, dass sie viel zu umfangreich für mich sind und ich sie nicht mal im Ansatz ausreizen würde. Zumal ich vom reinen Klaviersound eher weit weg als dicht dran wäre.


Von Casio kämen auch das WK-7600, WK-220 oder WK-240 in Frage. Alle mit 76 Tasten. Wobei ich hier eher zum WK-220 tendiere, wegen dem Midi-Anschluss und dem Lernsystem.

In die engere Auswahl kommt auch das Yamaha NP-31, das nix vom Schnickschnack hat, aber sehr klavierorientiert ist. Aber nur 32-stimmig. (Nicht, dass ich Ahnung daben hab, aber das 48-stimmig besser für Klaviersound wäre hab ich hier gelesen.) Leider ohne Lernsystem. Da schwanke ich ob das wirklich notwendig ist, zumal ich auch hier mit dem Kurs beginnen möchte. In einem Test las ich, dass es wegen "nix Drumrum" schnell langweilig werden könnte. Es ist allerdings mit 1,25m sehr breit.

Das Yamaha P-35B scheint noch besser zu sein als das NP-31. Oder besser das hier? Thomann SP-5100?
Was meint ihr bitte dazu? Hm... Eigentlich hab ich mich im Innern vllt. schon entschieden, zumindest geht meine Tendenz in eine Richtung stärker. Aber ich bin halt unsicher in meiner Entscheidung.

Vllt. noch eine Sache. Als Rollstuhlfahrerin kann ich mit den Füßen kein Pedal bedienen, falls das wichtig wäre.
Ganz lieben Dank für eure Meinung und einen wunderschönen sonnigen Sonntag.
Re: Welches Keyboard? 
von Bernd G S. - Sonntag, 8 März 2015, 15:42
Hallo Liane,

da du hier von zwei verschiedenen Instrumentenkategorien schreibst, sollten wir zunächst einmal klären, ob du Keyboard spielen (also ein Instrument mit Rhythmusteil), oder Klavier bzw. E-Piano spielen lernen möchtest.

Je nachdem scheidet das eine oder das andere aus.
Re: Welches Keyboard? 
von Liane H. - Sonntag, 8 März 2015, 17:30
Hallo Bernd,

wenn Du so fragst ist die Antwort leicht: denke eher an Klavier bzw. E-Piano, weniger an das Keyboard.

Welches könntest Du mir empfehlen und warum? lächelnd Vielen Dank.
Re: Welches Keyboard? 
von Bernd G S. - Sonntag, 8 März 2015, 18:14
Nun - aus deiner Auflistung bleibt eigentlich nur das Yamaha P-35 übrig. Es ist das einzige mit schwerer Tastatur und Hammermechanik. Wenn dich dein Budget einschränkt, dann bist du damit sicher gut bedient.

Ich persönlich stehe im Moment in der Einsteiger-Preiskategorie total auf das Korg SP-280. Kostet aber um die 700 Euro. Steht dafür aber schon auf eigenen Beinen und wird mit ordentlichem Sustain-Pedal ausgeliefert. Wenn man beides hinzurechnet (was man auf jeden Fall tun sollte, denn ein E-Piano auf einem billigen X-Ständer bringt nur Ärger) dann finde ich den Preisabstand zu den extrem günstigen E-Pianos nicht so gewaltig.

Wegen dem Pedal ... ich persönlich kann mir Klavier ohne Pedal zu spielen gar nicht vorstellen. Da ich mit solchen Einschränkungen bisher nicht konfrontiert war, weiss ich auch gar nicht, ob es dafür nicht eine technische Lösung gibt. Ich meine - so ein Pedal tut nichts weiter, als einen elektrischen Impuls abzugeben - insofern sollte es technisch kein großes Problem darstellen, diesen Impult anders als mit einem Bein auszulösen.

Wenn ich auch jetzt auf die Schnelle dazu nichts googlen konnte. Es finden sich bestimmt auch hierzu Lösungsvorschläge.

Meine Keyboardschule eignet sich übrigens nicht fürs Klavier lernen. Gerne beantworte ich aber auch Fragen zum Thema Klavier.

Beste Grüße
Bernd
Re: Welches Keyboard? 
von Liane H. - Sonntag, 8 März 2015, 21:37
Hallo Bernd,

vielen Dank für Deine Einschätzung. Ich werde mich als erstes Mal um das Pedal-Problem kümmern. Schade ist, dass ich die Keyboardschule dann nicht nutzen kann. Aber wer suchet der findet. lächelnd

Lg Liane
Re: Welches Keyboard? 
von Liane H. - Montag, 9 März 2015, 18:59
Hallo Bernd,

ich hab heute mit 2 Musikhäusern telefoniert und mir letztendlich das Yamaha P-35 bestellt. Zum Pedalproblem hatte keiner eine Lösungsmöglichkeit. Allerdings soll das P-35 eine Bedienelement am Piano haben, was wohl alternativ fürs Pedal wäre. Falls mir selbst dann mal dazu was einfällt, könnte ich ein Pedal dann aber immer noch anschliessen. Mal schaun.

Warum ist die Keyboardschule nichts fürs Piano lernen? Also die Grundlagen in Sachen Notenlehre dürften doch die gleichen sein oder gibt es da doch Unterschiede? Abgesehen von der Anzahl der Tasten.
Re: Welches Keyboard? 
von Liane H. - Montag, 9 März 2015, 21:05
Nochmal ich...
Also das Pedalproblem bekomme ich nicht gelöst und während ich mit beiden Händen spiele, kann ich meine fehlende dritte Hand nicht dafür verwenden, um das Bedienelement für das Pedal an und dann auch wieder auszuschalten. Ich hab noch den Tipp bekommen mir das Pedal über die Lehne zu legen und das dann über den Rücken zu steuern, aber das wird mir a) zu wacklig und b) zu unruhig im Spiel. Zumal ich in der Höhe auch nicht wirklich Gefühl habe. Also das macht mir jetzt in der Vorstellung schon keinen Spielspass. Ich werde daher auf Keyboard umsteigen, da hab ich die Pedalprobleme nicht.

Allerdings bin ich dann wieder auf der Suche nach einem Keyboard, dass meinen Vorstellungen gut entspricht (siehe Beitrag am Anfang). Was meinst Du dazu? Um die 400 Euro darf das kosten, im Einzelfall würd ich auch bis 500 Euro gehen. Günstiger geht natürlich immer, die Luxusausführung brauch ich nicht. Welche(s) könntest Du mir da empfehlen? Ich hab das hier noch gefunden. lächelnd Roland BK-3 BK, das scheint auch recht anständig zu sein. Aber wie gesagt, da bist Du mehr Experte als ich.

Nochmals vielen Dank das Du Dir die Zeit hierfür nimmst. Das ist super!

Re: Welches Keyboard? 
von Bernd G S. - Montag, 9 März 2015, 21:27
Nein Liane,

wenn du Klavierklänge magst, dann brauchst du auch fürs Piano im Keyboard ein Pedal. Ich habe gesucht - man findet wirklich nichts dergleichen. Dabei habe ich schon eine konkrete Vorstellung davon im Kopf.

Es gab mal - vielleicht gibt es das noch immer - eine sogenannte Breath Control für Synthesizer. Da nahm der Keyboarder eine Art Schlauch in den Mund und konnte so Sounds (vorrangig Bläsersounds) über seinen Atem steuern.

In die Richtung denke ich. Du brauchst ja nur einen Schalter (Taster um genauer zu sein), der auf Druck reagiert. Ob du das mit dem Mund, dem Kopf, der Achsel oder was auch immer auslöst ist total egal.

Hast du denn niemanden im Bekanntenkreis, der ein wenig technisch versiert ist und meinen Gedanken zu Ende führen kann?

Wenn du mir beschreibst (kann auch per E-Mail sein), wo du denkst, dass du am meisten Gefühl für so etwas hättest, mache ich mir Gedanken, wie man mit gebräuchlichen Möglichkeiten das Problem lösen könnte.

Noch ein Wort zu meinem Kurs ... Notenlehre und Lektion 01 kannst du durchaus auch vorbereitend fürs Piano machen. Ab Lektion 02 kommen aber Akkorde dazu. Da fängst du dann an einem Piano (zumindest so wie ich es lehre) nichts mehr an.

Für das Pedal finden wir bestimmt eine praktikable Lösung!

Beste Grüße
Bernd
Re: Welches Keyboard? 
von Liane H. - Montag, 9 März 2015, 22:11
Hallo Bernd,

ich hab Dir per Mail geantwortet. lächelnd Vielen Dank für Deine Zeit!

Liebe Grüße Liane