Wiederholschema 
von Hans R. - Freitag, 26 Februar 2010, 21:16
Hallo Bernd,

ich habe die letzte Woche D-Dur- und F-Dur geübt, mit einigem Erfolg.
Nun kam ich drauf, mal die Stücke aus Kurs 3 + 4 zu spielen und hatte Probleme.
( Z.B. der Sprung von "neuen" G-Dur-Akkord zum G7. )

Frage: Sollte man ein Wiederholschema haben? Also, was weiss ich, alle drei Tage ALLE vorherigen Stücke spielen?
Mein Problen scheint offensichtlich zu sein, dass ich alle bisher gelernten Akkorde gut greifen kann, die Melodien auch, zusammen haperts. Jedenfalls zunächst. Nach 10 Minuten gehts dann wieder.
Ich habe das Gefühl, dass ich Dein Pensum zwar lerne, auch spielen kann, aber "hinten" allmählich alles wieder vergesse...

– Aber vielleicht ist auch nur so eine "Wand", vor der man ab und zu steht...

Danke und Gruss Hams
Re: Wiederholschema 
von Bernd G S. - Samstag, 27 Februar 2010, 09:23
Hallo Hans,

ich würde mir keine Sorgen machen. Wenn du neue Stücke spielst, bist du auf diese konzentriert, so dass es ganz normal ist, dass das "Alte" dann zunächst wieder neu ist. Solange die alten Stücke nach 10 Minuten wieder gehen, sehe ich kein Problem.

Ich würde mir an deiner Stelle ein paar Lieder heraus suchen, welche du gerne spielst, und die tatsächlich regelmäßig wiederholen. Vielleicht einfach mal in einer Lernpause.

Du wirst sehen, je länger du spielst, umso routinierter geht dir dann auch allgemeines von der Hand.

Gruß Bernd
Re: Wiederholschema 
von Frank H. - Samstag, 27 Februar 2010, 20:11
So ist es!
danke für diesen Hinweis - ich habe schon an mir gezweifelt. Den Grundkurs habe ich jetzt damit beendet, dass mir Gott wohl die rechte Gunst erwiesen hat. Danach habe ich ein paar Stücke versucht zu spielen, die ich schon länger nicht auf dem Notenständer liegen hatte...und dacht nur: "H I L F E !"
Ab sofort werde ich immer zuerst ein älteres Stück, das ich gerne fließend spielen können möchte, üben und mich erst danach neuen Lektionen zuwenden. Morgen melde ich mich übrigens bei Deinem Aufbaukurs an.

M. f. G. Frank
Re: Wiederholschema 
von Bernd G S. - Samstag, 27 Februar 2010, 20:55
Ich möchte euch einmal ein kleines Geheimnis anvertrauen. Ich spiele jetzt seit 30 Jahren Tasten, und wie ich einmal ganz unbescheiden behaupten möchte, nicht schlecht. Jedes Jahr zum 1. Advent packe ich mein Weihnachtslieder-Repertoire aus dem Schrank. Und? Auch ich muss die meisten Lieder erst einmal 2, 3, 4, oder gar 5 mal durch spielen, bis sie wieder so klappen, wie ich es als perfekt ansehe. O.k. - ich spreche jetzt nicht von Stille Nacht usw. Das ändert aber an der Sache nichts.

Ich habe einmal im Fernsehen eine Reportage über professionelle Orchestermusiker angesehen. Dort sagte ein Hornist, dass wenn er 14 Tage Urlaub hatte, er sich vorkommt wie ein Anfänger. Und die üben 6-8 Stunden am Tag. Also - was soll man da von einem Amateur erwarten?

Ich glaube, dass uns da schlicht die Funktionsweise des Gehirns einen Streich spielt. Es legt nun mal die Dinge, die nicht oft abgefragt werden, ganz nach hinten in die Schublade. So dauert es halt etwas länger, bis die Daten wieder verfügbar sind.

Zweifelt also nicht an euch. Es ist nicht weg - nur woanders winken

In diesem Sinne,

weiterhin frohes Schaffen!