34 Jahre und keine Ahnung. 
von Ronny G. - Montag, 5 Oktober 2009, 12:41
Hallo,
ich habe vor ca. 10 Jahren bei einer Musikschule angefragt ob ich noch Klavier lernen könnte und eine glatte Absage erhalten, mit Klavier solle man spätestens mit 14 Jahren begonnen haben so deren Antwort.

Das Thema Musik lässt mich jedoch nicht los, ab und an darf ich mal bei einem Freund ans Keyboard und ein wenig herumprobieren. Da ich meinem Freund aber nicht auf die Nerven fallen will hab ich mir jetzt das gleiche Keyboard, ein "Casio LK-200" bestellt, in ein oder zwei Jahren wird es dann auch was besseres werden für den Anfang hoffe ich, sollte es reichen da es ja für mich noch ziemlich ungewiss ist ob ich es überhaupt schaffe.

Außer ein wenig "Klimperei" kann ich in Sachen Musik noch nichts, meine bevorzugte Musikrichtung wäre Klassik (vorrangig Piano) mein Ziel wäre es irgendwann einmal Stücke wie "Ballade pour Adelline" (http://www.youtube.com/watch?v=grjUIVWJIWY&feature=related) spielen zu können und wenn ich mal träumen darf irgendwann einmal das "Feather Theme" (http://www.youtube.com/watch?v=4ryPRq6ccec).

Zu meinen Fragen :
Wenn ich jetzt mit 34 Jahren und ohne jegliche Erfahrung, anfangen würde Keyboard spielen zu lernen sowie intensiv (2 bis 3 Std. pro Tag) zu üben, wäre es mir dann möglich nach 4 bis 6 Jahren die oben genannten Stücke gut oder sehr gut zu spielen ?

Beim "klimpern" musste ich feststellen, dass meine Fingerkoordination nicht richtig funktioniert, wird das im laufe des Übens besser ?

Vielen Dank, für die Antworten.
Euer Ronny.
Re: 34 Jahre und keine Ahnung. 
von Bernd G S. - Montag, 5 Oktober 2009, 14:51
Hallo Ronny,

dass man über 14 zu alt wäre Klavier zu lernen, wird zwar oft behauptet, halte ich aber für totalen Blödsinn. Man muss ja nicht davon ausgehen, dass jeder der Klavier lernt Konzertpianist werden möchte. Musik machen ist in erster Linie ein Hobby, und für nur wenige, ganz begabte und fleißige, wird dann mal ein Beruf (und dass auch meist durch Zufall) daraus.

Man ist mit 34 definitiv nicht zu alt ein Instrument zu erlernen.

Wie gut du nach ein, zwei, vier oder sechs Jahren spielen werden kannst, kann dir niemand sagen. Dass hängt neben dem Fleiß eben auch von der Begabung ab. So würde ich aber an deiner Stelle gar nicht an die Sache ran gehen. Sehe es doch zunächst einfach nur als neues Hobby, an dem du Spaß hast. Alles weitere wird sich zeigen.

Zu den beiden Filmen bzw. Stücken: beide werden zwar im Film auf einem Keyboard gespielt, sind aber reine Pianostücke. Die linke Hand spielt einzelne Töne und keine Akkorde. Wenn man die Begleitautomatik eines Keyboard einsetzt, sind beide Musiktitel gar nicht so schwer zu spielen. Ich denke, dass der ein oder andere meiner Schüler diese schon nach einem Jahr spielen könnte.

Beherzige den Spruch "Der Weg ist das Ziel". Denke heute nicht daran, was du in ein paar Monaten spielen können möchtest, sondern beginne mit dem kleinen ABC. Irgendwann kommt dann auch Z.

Viele Grüße

Bernd
Re: 34 Jahre und keine Ahnung. 
von Ronny G. - Montag, 5 Oktober 2009, 16:11
Hallo Bernd,
zunächst einmal vielen Dank, für Deine Antwort.

[scherzhaft]Die Karriere als Konzertpianist kann ich dann wohl endgültig vergessen. breites Grinsen [/scherzhaft]

Musik machen soll ein Hobby für mich werden welches mich für ein paar Stunden am Tag aus dem Alltag herausnimmt.

Hätte mein Freund mich nicht an sein eigenes Keyboard "geschubbst" wäre ich wohl nicht wieder darauf zurückgekommen aber als ich mit ein wenig herumprobieren, hören konnte dass ich tatsächlich mit meinen eigenen Händen dem Instrument einfache Melodien entlocken konnte, welche sich wirklich nachdem anhörten was ich wollte ... war es passiert, sozusagen ein "Schlüsselerlebnis". 

Musizieren möchte ich nur für mich, im höchstfall mal ein Stück im engsten Familienkreis (nur nach Nötigung breites Grinsen).

Die genannten Stücke waren nur als Beispiel gedacht, mir ging es nur darum zu erfahren ob man die Grundlagen noch erlernen und dann auch irgendwann umsetzen kann, mit 34 Jahren aber da hast du ja geschrieben dass es mit dem entsprechendem Engagement klappen sollte.

Ich hoffe nur das ich mit dem Keyboard jetzt nicht total daneben gegriffen habe, ich habs bestellt weil ich damit bei meinem Freund gespielt habe, was meinst du zum Keyboard und bekomm ich die Koordination mit meinen Fingern mit viel Üben in den Griff ?

Gruß, Ronny.
Re: 34 Jahre und keine Ahnung. 
von Bernd G S. - Dienstag, 8 Dezember 2009, 09:21
Nunja Ronny,

ich bin kein Freund von diesen Leuchttasten-Keyboards. Für das Geld bekommt man wesentlich mehr Keyboard, wenn man auf die Leuchttasten verzichtet. Über dieses Thema wurde schon einiges in diesen Foren geschrieben.

Siehe Suche Leuchttasten

Aber trotz allem. Für den Anfang sollte es reichen. Und das mit der Fingerkoordination - das haben schon tausende anderer vor dir hin bekommen. Dann solltest du das auch schaffen winken

Gruß Bernd
Re: 34 Jahre und keine Ahnung. 
von Gudrun S. - Mittwoch, 7 Oktober 2009, 12:09

Hallo Ronni,

Ich, 48 spiele auch so ca. seit 2 Jahren. Habe mir das so selbst beigebracht.

Hatte allerdings so mit 16 ein wenig Vorkenntnisse mir angeeignet.

Warum möchtest du die Stücke, die du spielst denn für dich behalten? Üben kannst du ja für dich, aber ein gelerntes Stück kannst du ruhig preisgeben. Freunde würden sich auch freuen, wenn sie ein perfekt gespieltes Stück mithören könnten, und nicht nur die engsten Angehörigen.  Solltest kein Geheimnis aus Musik machen. Musik ist dazu da, das andere sie hören kann. winken

Schreib mir mal

Gruß Gudrun

 

Re: 34 Jahre und keine Ahnung. 
von Ronny G. - Freitag, 9 Oktober 2009, 09:10
Hallo Bernd,
vielen Dank für Deine Antwort, mein Keyboard ist angekommen der Klang gefällt mir und ich bin zufrieden. Üben tu ich auch schon mit dem kostenlosen Kurs, die Leuchttasten sind natürlich aus. Der Knoten in den Fingern scheint sich langsam zu lösen, jedenfalls geht es jetzt schon einigermaßen. Auf den Griff achte ich besonders. Begabt bin ich wohl nicht dass habe ich gleich gemerkt, entweder spiel ich die Noten zu schnell oder zu langsam aber das wird wohl auch mit der Zeit kommen, wie das lesen der Noten selbst, da ich aber lieber in kleinen Schritten voran gehe werde ich bestimmt länger als 14 Tage brauchen um die kostenlosen Lektionen zu absolvieren daher habe ich mir sie vorsorglich ausgedruckt und wenn ich soweit bin werd ich mir wahrscheinlich die Offlineversion des Kurses bestellen, da ich nicht so oft am Computer sitzen möchte.

Gruß, Ronny.
Re: 34 Jahre und keine Ahnung. 
von Ronny G. - Freitag, 9 Oktober 2009, 10:20
Hallo Gudrun,
vielen Dank, für deine Nachricht.
Ich bin ein eher introvertierter Mensch, das freie Sprechen vor mehr als 20 Leuten macht mir schon Probleme und dass obwohl ich die Sprache kenne breites Grinsen (hoff ich zumindest). Es ist wohl die Angst vor Fehlern oder den Ansprüchen nicht zu genügen, um der Wahrheit die Ehre zu geben. Von einem "perfekt gespielten Stück" bin ich noch Jahre entfernt, wenn ich denn jemals ein Stück "perfekt" können werde.  In jedem Fall bleib ich aber dran und gebe mein Bestes, letztlich hängt es aber auch von den eigenen Fähigkeiten ab und die sind im Moment sehr begrenzt wie ich das so sehe. Vorkenntnisse habe ich keine, mal abgesehen davon, dass ich "Stille Nacht" auf dem Keyboard meines Freundes halbwegs sauber mit Leuchttasten spielen konnte aber das kann mal wohl kaum als "Vorkenntnis" bezeichnen. Notenblätter sehen für mich zwar sehr interessant aus aber mehr auch nicht, langsam erschließt sich zwar der Sinn dahinter aber statt z.Bsp. vier viertel Takt könnte da auch ein Smily stehen, dass hätte so ungefähr die gleiche Wirkung bei mir oder wenn in der Beschreibung "diese Note vier Anschläge lang halten" steht, stellt sich mir nur die Frage wie lang ist ein Anschlag ... ich denke daran erkennst du schon dass es noch eine ganze Weile bei mir dauern wird bis da was halbwegs Vernünftiges zustande kommt. Zunächst bin ich jetzt bei den Vorübungen und konzentriere mich auf den Griff wenn das sitzt werd ich dann mit "Hänschen klein" anfangen. Den Offlinekurs werd ich mir in so ca. 4 bis 6 Wochen bestellen, schneller werd ich wohl die ersten beiden Lektionen nicht sauber hinbekommen aber es ist ja auch kein Leistungskurs in dem man nach einer Woche schon alles können muß winken.

Alles in allem bin ich voller Hoffnung irgendwann einmal von Notenblättern, Stücke spielen zu können, der Weg dahin ist natürlich noch weit und auch lang aber dafür bin ich dann auch nicht abhängig von Leuchttasten oder sowas, denn wenn die ausfallen würde man ziemlich komisch dastehen.

Gruß, Ronny.
Re: 34 Jahre und keine Ahnung. 
von Gudrun S. - Samstag, 10 Oktober 2009, 12:09

Hallo Ronny,

Natürlich sollst du für dich üben und anderen nur vorspielen, wenn du sicherer  bist. Ich habe von Anfang an ohne Leuchttasten und so´ n Schnickschnack angefangen. Nur sind auf meinem Keyboard Zahlen, wie es bei einer Bontempi so ist. Versuche sie aber zu Ignorieren und nach Gehör zu spielen; habe eine PM 651 Supersound.  Hatte mir das Heft Modern Keybord besorgt, Teil 1 und Teil 2; spiele aber auch Stücke, die ich kenne auswendig. Früher, so mit 14  hatte ich zu Weihnachten auch eine Bontempi, so´ n Plastigding mit Gebläse und so, geschenkt bekommen und auch das Beiheft. Habe da regelmäßig drauf gespielt und konnte sogar Popstücke aus der Niederländischen Hitparade spielen.winken Nur hatte ich immer mit 2 Finger-Adlersuchsystem gespielt, jetzt spiele ich mit 10 Fingern, ist wie Maschineschreiben. Hatte danach aber keinen Spaß mehr an einem Kinderinstrument zu spielen und wollte was besseres, was aber die finanzielle Lage nicht erlaubte. weitaufgerissene Augen

 Die linke Tastaturseite macht mir aber ein bisschen Probleme nach dem Splitting, da sich z.B. Klavier, Gitarre, Bass, Freeletbass etc. also alle Instrumente, die sich nicht langanhaltend spielen lassen wie z.B. Orgel, Sounttrack, Saw, Strings, etc. die ich öfter benutze, nach nichts anhören.

Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich ein älteres Model habe. 2. Problem ist Platzmangel. So dass ich mein gutes Stück, wenn ich spiele auf dem Schreibtisch ausbreiten und danach wieder zusammenpacken muss.

Habe auch schon versucht, das Instrument an den Pc anzuschließen. Man kann zwar über die Boxen hören, aber nicht die Musik und auch die Noten auf Pc übertragen, da ich dafür kein Programm habe, um auch mal eigenes

zum besten zu geben und festzuhalten. Sicht und hörbar meine ich. cool

so das wär´ s erst mal.

Gruß Gudrun