Noten anschauen 
von Gunther L. - Donnerstag, 29 Januar 2009, 21:08
Hallo Bernd,

Deine Keyboardschule ist wirklich sehr gut. Ich habe vor ca. drei Wochen angefangen mit dem Grundkurs. Das macht mir soviel Spaß, dass ich fast jeden Tag spiele/übe. Vor Jahren hab ich ma Posaune gepielt und kann mich nicht erinnern so fleißig geübt zu haben - na ja das Instrument mochte ich nicht besonders.
Nun habe ich eine Frage an Dich bzw. die Forenmitglieder: soll man beim Keyboard spielen nur auf die Noten schauen oder darf man ab und an einen kurzen Blick auf die Tasten werfen dann wieder zurück zu den Noten ( z.B. um die Lage der Spielhand nach dem Umgreifen zu kontrollieren).

Danke und viele Grüße,

Gunther
Re: Noten anschauen 
von Bernd G S. - Donnerstag, 29 Januar 2009, 21:50
Hallo Gunther,

erst mal vielen Dank für das Lob!

Das mit dem auf die Tasten schauen ist so eine Sache. Natürlich wird es sich nicht verhindern lassen, ab und zu mal einen Blick auf die Tasten zu werfen. Das Problem ist, dass es gerade bei Anfängern gerne zur Gewohnheit wird. Und das ist schlecht. Man kann dann ohne Schauen bald gar nicht mehr spielen.

Ich vergleiche das gerne mit Schreibmaschine schreiben lernen. Wenn man sich da einmal angewöhnt hat zu schauen, kann man bald gar nicht mehr ohne (ich bin da z.B. so ein Kandidat). Tatsächlich aber könnte ich schon. Wenn ich mich zwinge nicht auf die Tastatur (am PC) zu schauen, geht es eigentlich genau so gut. Also bloß ein Tick.

Ich empfehle dir also, möglichst überhaupt nicht auf die Tasten zu schauen, damit du ein Gefühl dafür bekommst wo deine Hände, respektive Finger sind.

Schülern, die es sich schon zwanghaft angewöhnt haben (am häufigsten kommt es vor, dass geschaut wird ob der Akkord richtig ist) rate ich dazu, eine Zeit lang ein Tuch über die linke Hand zu legen. Dann hat sich die Schauerei bald erledigt, und das Tuch auch.

Gruß Bernd
Re: Noten anschauen 
von Frank H. - Sonntag, 22 Februar 2009, 14:58

Hallo Gunther,
ich bin jetzt bei Lektion 10 angekommen und habe gerade "Santa Lucia" dreimal hintereinander fehlerfrei gespielt (ein Stück dreimal ununterbrochen fehlerfrei spielen zu können, setze ich mir immer zum Ziel, da ich erst dann das Gefühl habe, es einigermaßen zu beherrschen). In "Santa Lucia" kommt eine Taktfolge vor, bei der mir die Finger der rechten Hand nicht folgen wollten und oft daneben gegriffen haben. Anfangs hatte ich geglaubt, den Fingersatz in dieser Taktfolge niemals ohne "blinzeln" bewältigen zu können. Dann fiel mir aber auf, dass das eigentliche Problem darin lag, nach dem Blinzeln wieder die richtige Stelle auf dem Notenblatt zu finden - erst, als ich mich dazu zwang, es ohne kurzen Blick auf die Finger zu spielen, gelang es fehlerfrei. Wie gesagt, ich meine jetzt, das Stückchen gut spielen zu können - nun beginnt für mich aber die nächste Phase: ab jetzt werde ich es immer wieder spielen (damit es nicht zu langweilig wird, immer mal wieder mit anderen Voices und Styles) und nach und nach damit beginnen, die Augen dabei immer ein bisschen länger zu schließen. Nach einiger Zeit (das kann durchaus schon mal mehrere Stunden dauern) klappt es dann auswendig, so dass ich weder auf Noten noch auf Tasten bzw. Finger zu schauen brauche.

Ich hoffe, Dir mit meinen Erfahrungen geholfen und Dich dazu ermutigt zu haben, weiterhin fleißig zu üben! Mit freundlichen Grüßen, Frank.