Quereinstieg - wie am besten? 
von Anne K. - Donnerstag, 27 März 2008, 06:54
Hier kommt noch einmal eine Frage zum Keyboard spielen lernen:
bisher hatte ich ein recht unkonventionelles Verhältnis zum Keyboard und habe mich jetzt entschlossen, die "Beziehung" zu vertiefen. Praktisch bedeutet das:
Klavier spielen habe ich gelernt, als ich etwa 6 Jahre alt war, gespielt habe ich ungefähr 4 Jahre lang. Allerdings habe ich dabei vier Lehrer "verschlissen", was einfach daran lag, dass ich a) Noten nicht sonderlich gut behalten kann (ich spiele lieber nach Gehör) und b) wohl zu ungeduldig war (die "Elise" schon im ersten Jahr - ich las im Forum bereits, was das bedeutet).
Eigentlich habe ich mir ein Keyboard nur angeschafft, weil ich in meiner Wohnung kein Klavier stellen kann; zudem sollte es ursprünglich nur als Unterstützung für Intonationsübungen aus dem Gesangsunterricht dienen. Irgendwann habe ich dann mal angefangen, mit der Begleitautomatik ein bisschen zu spielen; mittlerweile ist daraus ein kleines Repertoire eigener Lieder geworden. Da das alte Keyboard keine Styles mehr hergab, habe ich mir jetzt ein "richtig großes" gekauft. Diese Kaufentscheidung war allerdings mit dem Entschluss verbunden, dann auch "richtig" spielen zu lernen. Ich habe kein Problem mit "Hänschen klein", werde allerdings sicher unterwegs ein bisschen Motivationshilfe brauchen.
Wie stelle ich den Einstieg am geschicktesten an?
Anne K.
Re: Quereinstieg - wie am besten? 
von Bernd G S. - Donnerstag, 27 März 2008, 09:38
Hallo Anne,

ich muss gestehen, dass ich Quereinsteiger als "die schwierigsten Fälle" für den Online-Keyboardunterricht ansehe. Es liegt daran, dass ein Onlinekurs - so gut er auch immer sein mag - keine Flexibilität zulässt auf den Schüler individuell einzugehen.

Am besten stellt man sich einen Keyboardkurs vor, wie ein rotes Seil, welches dem Schüler den Weg auf den Gipfel eines Berges weist. Folgt der Schüler konsequent diesem Seil, kommt er irgendwann auf dem Gipfel an. Quereinsteiger sind häufig geneigt, diesen abgesteckten Weg zu verlassen um eine Abkürzung zu nehmen. Dass immer dann die Gefahr eines Absturzes groß ist liegt auf der Hand.

Übertragen auf einen Keyboardkurs bedeutet dies: auch ein Quereinsteiger sollte sich konsequent an den Weg halten, den das "rote Seil" vorgibt. Auch wenn das eine oder andere bereits bekannt und somit ein Kinderspiel ist. Oder er nimmt sich einen "Bergführer" also Keyboardlehrer, der ihn persönlich, nach einer seinen Fähigkeiten angepassten Route zum Gipfel führt.

Solltest du dich, liebe Anne, also für meinen Grundkurs entscheiden, ist es ungeheuer wichtig, diesen auch von vorne bis hinten durch zu arbeiten und nichts auszulassen (auch wenn schon bekannt).

Auch die Frage der Motivation ist bei einem Selbst- bzw. Fernkurs eine sehr wichtige. Es braucht selbstverständlich mehr Selbstdisziplin einen Keyboardkurs alleine zu absolvieren, als wenn man wöchentlich einen persönlichen Lehrer sieht. Dies gehört aber einfach zu den unvermeidbaren Nachteilen eines Selbstlernkurses. Nur ein spürbares Fortkommen im Kurs ist geeignet die Motivation zu erhalten. Darüber hinaus hielte ich es für sehr wichtig, dass sich die Schüler mit dem Lehrer und untereinander immer wieder austauschen. Die Foren meiner Seite böten hierfür eine geeignete Plattform. Leider wird diese Möglichkeit für meinen Geschmack aber noch viel zu wenig genutzt. Aber was nicht ist kann ja noch werden.

Für weitere Fragen stehe ich immer gerne zur Verfügung.

Bernd
Re: Quereinstieg - wie am besten? 
von Ingrid M. - Donnerstag, 27 März 2008, 10:40
Auch ich bin von 2manueler Orgel mit Fußbässen zum Keyboardspiel umgestiegen. Erst mit dem Grundkurs komme ich von Kapitel zu Kapitel mit dem Keyboard besser zurecht. Da hilft nur üben , üben, üben. Schön ist es bei diesem Unterricht gleich mit der Hörprobe zu überprüfen, ob es auch richtig gespielt wurde.
Re: Quereinstieg - wie am besten? 
von Anne K. - Donnerstag, 27 März 2008, 21:44
Hallo, Bernd,
mir ist durchaus bewusst, dass der Quereinstieg nicht unbedingt einfach ist. Allerdings bin ich augenblicklich fest entschlossen, die Dinge konsequent anzugehen. Ich fand die Demo von Hänschen klein übrigens nett- wenn ich das allein (also ohne viele Styles mit vielen-Fill-ins) hinbekäme, fände ich das klasse. Ich habe mich sehr auf den Fill-ins "ausgeruht" - jetzt möchte ich einfach lernen, diese Dinge auch selber zu machen - und dafür brauche ich eben einen Kurs. Sollte ich deiner Meinung nach die online-Hilfe gleich mit buchen? Soweit ich in den Grundkurs reingehört habe, scheint der Einstieg zunächst über Fleißarbeit zu laufen -gibt's da so etwas wie Mindestlaufzeiten pro Lektion? Oder ist es jedem selbst überlassen, wie schnell es vorwärts geht?
Bin schon gespannt

Anne
Re: Quereinstieg - wie am besten? 
von Bernd G S. - Donnerstag, 27 März 2008, 22:37
Hallo Anne,

nicht nur der Anfang des Kurses ist Fleißarbeit. Es gibt aber keine zeitliche Limits für die Lektionen. Der komplette Kurs ist je nach Art (Online- oder Offline) über den gesamten gewährten Zeitraum uneingeschränkt zugänglich.

Die Frage nach der Onlinehilfe ist für mich nicht einfach zu beantworten. Der Kurs wird zwar gerne gebucht, aber zu meinem Erstaunen selten genutzt.

Sollte es dir ein sicheres Gefühl geben die Hilfe im Falle eines Falles in Anspruch nehmen zu können, spricht einiges dafür den Preisvorteil bei einer Paketbuchung mit zu nehmen. Ansonsten kann die Onlinehilfe im Bedarfsfall aber auch jederzeit nachgebucht werden.

Liebe Grüße

Bernd
Re: Quereinstieg - wie am besten? 
von Anne K. - Sonntag, 9 November 2008, 17:51
Hallo, Bernd,
bin nach langer Zeit mal "wieder da", und das auch noch mit guten Nachrichten: ich habe mich - zumindest für mein Gefühl - erfolgreich durch den Grundkurs gespielt, und hatte sogar riesigen Spaß dabei!
Jetzt möchte ich gern weiterlernen, will sagen, Aufbaukurse buchen, und kann mich nicht entscheiden: sollte ich erst Fingerfertigkeit vertiefen oder mich um die Harmonielehre bemühen? Persönlich tendiere ich zu letzterem, da mein eigentliches Ziel nach wie vor darin besteht, Stücke selbst zu schreiben. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass ohne Beweglichkeit in den Fingern nicht wirklich schöne Läufe hinzubringen sind (und die linke Hand benötigt ohnehin diesbezüglich immer mal ein paar Extra-Lektionen, damit sie beweglich bleibt - ist das mit drin?)

Einstweilen viele Grüße
Anne
Re: Quereinstieg - wie am besten? 
von Bernd G S. - Sonntag, 9 November 2008, 19:27
Hallo Anne!

Es freut mich sehr, dass du erfolgreich bist. Grundsätzlich würde ich empfehlen zuerst die Harmonielehre zu belegen. Da beide Kurse auch Offlinebücher zum Download und Ausdrucken bieten, und insofern keine zeitliche Bindung erzwingen, wäre es auch denkbar, beide Kurse parallel zu bearbeiten.

Um die Beweglichkeit der linken Hand zu fördern, empfehle ich, einfach die Melodien der Lieder (bzw. der Übungen in den Aufbaukursen) ab und zu auch mit der linken Hand zu spielen.

Liebe Grüße

Bernd